Eine Stellungnahme zu einem irreführenden Begriff
Es gibt keinen „sanften Missbrauch“
Stellungnahme von Imke Deistler
Frauenberatung und Fachstelle bei sexueller Gewalt, Frauennotruf Kiel e.V.
Die Enthüllungen von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Institutionen hat Anfang des Jahres zu einer begrüßenswerten Debatte geführt. Dabei haben insbesondere die Beiträge des „Stern“ dazu geführt, dass der Blick der Öffentlichkeit nicht einseitig bei den Tätern hängenblieb, sondern die Betroffenen selbst zu Wort kamen.
In einem sehr mutigen Artikel berichteten elf Frauen und Männer über ihre sexuellen Gewalterfahrungen in der Kindheit und deren Folgen (08.03.2010). Zwei Monate später (06.05.2010) schrieb Anja Röhl, die Tochter von Klaus Reiner Röhl und Stieftochter von Ulrike Meinhof, über den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater. In einem „verstörenden Protokoll“, wie der Stern es selbst nennt, brach sie ihr jahrelanges Schweigen und beschrieb die sexuellen Übergriffe in ihrer Kindheit.
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