Frauenpower über Parteigrenzen hinweg

Erstmalig und einmalig in Schleswig Holstein haben sich sechs prominente Politikerinnen über alle sonstigen Parteigrenzen hinweg zusammengefunden, um Erreichtes der Gleichstellungspolitik aktiv als Ehrenvorsitzende des Landesverbandes der Frauenberatungsstellen (LFSH) in Kiel zu unterstützen.

Frauenpower über Parteigrenzen hinweg

Die Vorstandsfrauen Ursula Schele und Heike Schüttler freuten sich für die 27 Mitgliedsvereine des Landesverbandes Frauenberatung Schleswig-Holstein, dass die angesprochenen Vertreterinnen in ihren Funktionen als jeweils "Erste" zugesagt haben, den Verband in Zukunft aktiv zu unterstützen. Frau Schüttler meinte dazu: "Frauenpolitisch gesehen haben wir ausgesprochen raue Zeiten in Schleswig-Holstein. Der Anteil von Frauen in der Politik ist von 1/3 in der letzten Legislaturperiode auf unter 1/5 im Jahr 2009 stark rückläufig. Daher ist es gut, dass so profilierte und engagierte Politikerinnen sich auf unsere Seite stellen."

Heide Simonis ist sich sicher: "Wir haben in Schleswig-Holstein dank des mutigen Einsatzes von Frauen für Frauen viel erreicht, worauf wir stolz sein können, aber das heißt nicht, sich ausruhen, sondern weitermachen im Interesse vieler Frauen, die auf dem Weg aus der Unterdrückung auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind."

Angelika Volquartz macht aus ihrer kommunalpolitischen Erfahrung deutlich, wie wichtig verlässliche Strukturen für die Arbeit der freien Träger sind: "Weil sie vielfältige Angebote vorhalten, die für die Menschen in unserer Stadt und im Land – gerade für Frauen – von großer Bedeutung sind, denn sie brauchen professionelle Anlauf- und Beratungsstellen."

Christel Aschmoneit-Lücke weiß aus ihrer Erfahrung als Anwältin, wie wichtig die Arbeit der Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen ist und richtet daher einen deutlichen Appell an die aktuell verantwortlichen Minister im Bereich Soziales und Justiz: "Gewalt und Unterdrückung sind leider kein Phänomen vergangener Zeiten, sondern auch heute allgegenwärtig. Die wertvolle Arbeit der Beratungsstellen darf deshalb nicht in Frage gestellt werden. Die Frauenberatung in Schleswig-Holstein hat finanzielle Effizienz und persönliche Professionalität bewiesen."

Schwerpunkt der konstituierenden Sitzung in der letzten Woche war die aktuelle politische Situation in Zeiten der Finanzkrise. "Die angekündigten Kürzungen im Bereich der freiwilligen sozialen Leistungen sind für viele Opferhilfe- und Beratungsstellen eine existenzielle Bedrohung“, erläuterte Ursula Schele.

Angela Hartmann, Landeskoordinatorin des LFSH, ergänzte: "Um die Beratungsstellen auf eine gesicherte finanzielle Basis zu stellen, wird es bereits im Januar das nächste Treffen geben. Verabredet wurde außerdem, sich zukünftig regelmäßig zu treffen und im nächsten Frühsommer eine Fachtagung im Bereich Opferhilfe, Trauma und Justiz durchzuführen.“

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